Schmidt will höhere Arzthonorare

BERLIN, 29. Januar (AFP). Vor dem Hintergrund der aktuellen Ärzteproteste hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) eine Erhöhung der Arzthonorare in Verbindung mit einer Senkung der Arzneimittelkosten vorgeschlagen. "Ich halte es nicht für richtig, daß wir mehr Geld für Arzneimittel ausgeben als für die gesamte Honorierung der niedergelassenen Ärzte", sagte Schmidt dem Magazin "Focus". Die Ministerin äußerte Verständnis für die Forderungen der Ärzte: "Wenn sich herausstellt, daß man für eine angemessene Bezahlung wirklich mehr braucht, dann bin ich auch bereit, für eine höhere Honorierung einzutreten. Unterdessen sprach sich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in der "Welt am Sonntag" für eine höhere Einkommensteuer für Spitzenverdiener aus, um die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung zu lösen. Spitzenverdiener und Selbständige seien in der Regel privat versichert und beteiligten sich daher nicht an der Finanzierung der Krankenversicherung für Geringverdiener.
Text: F.A.Z., 30.01.2006, Nr. 25 / Seite 15

Ärzte im Streik
Jede zweite Arztpraxis bleibt geschlossen
17. Januar 2006 Wer am morgigen Mittwoch seinen Arzt aufsuchen will, der sollte sich vergewissern, daß die Praxis auch geöffnet ist. Denn nach Einschätzung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) werden an diesem „Tag der Ärzte” bundesweit 50.000 Praxen dem Protestaufruf gegen die Sparpolitik der Bundesregierung folgen. „Wir gehen davon aus, daß mindestens jede zweite der rund 100.000 Praxen, in denen etwa 140.000 Ärzte arbeiten, geschlossen bleiben wird”, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl.

Bereits am Montag hatten nach Angaben des Ärzteverbands Hartmannbund in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt mehrere tausend Ärzte ihre Praxen nicht geöffnet. In Magdeburg und Halle versammelten sich nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung jeweils an die tausend Ärzte und Helferinnen. In Brandenburg, wo viele Ärzte fehlen, bleiben viele Praxen bereits seit November tageweise geschlossen. Die gesetzlichen Kassen und das Bundesgesundheitsministerium kritisierten die Aktionen.

Chronische Unterfinanzierung des SystemsAm Mittwoch bleibt schätzungsweise jede zweite Arztpraxis aus Protest zu

Unter Führung des Hartmannbunds haben für diesen Mittwoch mehr als 40 Ärzteorganisationen zu einer Demonstration in Berlin aufgerufen, zu der mehr als 5.000 Teilnehmer erwartet werden. „Es ist ein historischer Moment, von diesem Tag an geht an der deutschen Ärzteschaft nichts mehr vorbei”, sagte der Vorsitzende der 55.000 Mitglieder großen Ärzteorganisation, Kuno Winn.

Die Kundgebung solle aber nur der Auftakt zu weiteren regionalen Veranstaltungen sein, sagte der Präsident der Gemeinschaft fachärztlicher Berufsverbände, Jörg-Andreas Rüggeberg. Die Patienten müßten auf die chronische Unterfinanzierung des Systems hingewiesen werden: „Die Ärzte müssen ihre Leistungen den von den Krankenkassen zur Verfügung gestellten Mitteln anpassen.” Rund 30 Prozent der erbrachten Leistungen würden unter den Zwängen des Budgets nicht bezahlt.

„Unzumutbare Arbeitsbedingungen in den Kliniken

Rüggeberg plädierte für weitere Aktionen: Der Telefondienst könnte auf eine Stunde täglich begrenzt werden, die Arzthelferinnen könnten einen Tag freibekommen oder „die entsetzlichen Krankenkassenanfragen eine Woche lang nicht beantwortet werden”. Der Verein „Freie Ärzteschaft” kündigte an, er werde Unterschriftenlisten mit Forderungen an Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Praxen auslegen. Die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Astrid Bühren, wies darauf hin, daß 40 Prozent der ausgebildeten Mediziner keinen ärztlichen Beruf ergriffen. Ein Grund dafür seien „unzumutbare Arbeitsbedingungen in den Kliniken, die es kaum zulassen, daß Familien gegründet und Kinder erzogen werden können”.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, unterstützt die Proteste. Die Diagnose sei klar - „am 18. Januar beginnen wir mit der Therapie”. Die Ärzte hätten genug von „unmenschlichen Arbeitsbedingungen und unbezahlten Überstunden”. Sie wollten nicht „länger auf dem Rücken ihrer Patienten staatliche Rationierung durchführen müssen”. Politiker und Kassen versprächen unbegrenzt Leistungen, zögen aber beim Budget an. Sie trieben Arzt und Patient in einen Konflikt über die Rationierung medizinischer Leistungen. Er warnte, es werde immer mehr „arztfreie Zonen” in Deutschland geben.


Text: ami. / F.A.Z., 17.01.2006, Nr. 14 / Seite 11
 





Einstimmig: Essener Resolution zum deutschen Gesundheitswesen

(Bericht aus den Opthalmologischen Nachrichten)


"Jetzt reicht es"

Niedergelassene Ärzte in Deutschland galten jahrelang als Besserverdiener. Dass dies nicht mehr so sein soll, treibt Tausende von Medizinern jetzt auf die Barrikaden.
Am Montag standen Patienten in Nordwürttemberg, Magdeburg und Halle vor geschlossenen Praxistüren. "Müssen wir uns für 2000 Euro netto bei 60 bis 70 Arbeitsstunden pro Woche als Abzocker verunglimpfen lassen?" fragte Norbert Metke, Sprecher des MEDI-Verbundes in Stuttgart, vor 400 aufgebrachten Ärzten.
(Quelle: http://www.stern.de)

ÄRZTE-PROTEST
Mediziner beklagen knappe Budgets

Mit einer ganzen Reihe von Protestaktionen wollen die Ärzte in den kommenden Wochen auf ihre schlechte finanzielle Situation aufmerksam machen. Sie machen die knapp bemessenen Budgets für die Schieflage vieler Praxen verantwortlich.
(Quelle: http://www.spiegel.de)



Rund 1.500 Praxen wegen Ärzte-Protest geschlossen
Ärzte und Psychotherapeuten aus ganz Rheinland-Pfalz haben gegen das Abrechnungssystem der Kassen und zu viel Bürokratie protestiert. Mehr als 1.500 Praxen blieben geschlossen. Notdienste wurden eingerichtet. In mehreren Städten fanden Kundgebungen statt.
(Quelle: http://www.swr.de)

WAZ vom 2. Februar 2006
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Ausschnitte aus Tageszeitungen und dem Internet
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Kassenreform soll bis zum Sommer stehen.
(FAZ vom 28.3.06)

Protesttag der Ärzte am 24.3.2006 in Berlin: Viele Praxen bleiben geschlossen.... (dpa Reuters)

Krampfhafter Versuch. Die Vorarbeiten für eine neue Gesundheitsreform offenbaren, wie uneins die große Koalition ist.
(Focus vom 20.3.06)

"Nebenhöhlen müssen warten. Die Ärzte wollen streiken, ohne ihre Kundschaft ernsthaft zu vernachlässigen.
(Focus vom 20.3.06)

"Der belehrende Forscher", Kritik an Karl Lauterbach (WAZ vom 1.3.06)

Jagd auf Privatkassen: FAZ vom 19.2.06

Krankenkassen. Wie hoch sind die Schulden wirklich?
Interessanter Bericht von PlusMinus BR vom 12.10.04
Hat der Bundesrechnungshof - wie vorgesehen und aus diesem Artikel hervorgeht - die Kassen eigentlich mittlerweile geprüft?
Oder hat das Bundesministerium für Gesundheit dagegen die Prüfrechte des Bundesrechnungshofs auf die „bestimmungsgemäße und wirtschaftliche Verwendung der Bundeszuschüsse“ beschränkt oder gar ganz verhindert?


NRZ vom 2. Februar 2006
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NRZ vom 3. Februar 2006
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WAZ vom
4. 2. 2006

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NRZ vom
3. 2. 2006

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dpa-Meldung vom 8.2.206:

Mehr als 1000 Mediziner haben in Essen an einer Protestkundgebung teilgenommen.

Essen (dpa/lnw) - Rund 1000 Ärzte haben am Mittwoch in Essen bei einer landesweiten Kundgebung gegen Kürzungen im Gesundheitswesen protestiert. »Unsere Arbeit ist extrem gefährdet«, sagte die Vorsitzende des Hartmannbund-Landesverbands Nordrhein, die Kölner Fachärztin Angelika Haus. Die Ärzte kämen mit dem ihnen zur Verfügung gestellten Geld nicht mehr zurecht. Vielen Praxen drohe die Insolvenz, sagte der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus.


08.02.2006   dpa

(Wir waren deutlich mehr ! Mindestens 4.000!) Anmerk. der Red.
Aufgrund einer Beschwerde unsererseits wird eine Korrektur erfolgen.




WDR REGIONALNACHRICHTEN - SCHLAGZEILEN
Mittwoch, 08.02.2006

Essen: Ärzteprotest in der Innenstadt

In der Essener Innenstadt protestierten heute Ärzte aus ganz NRW. Ihr Protest richtet sich gegen zu geringe Honorare und zuviel Bürokratie im Gesundheitswesen. Trotz des schlechten Wetters waren etwa 2.000 Demonstranten gekommen. "Die Ärzte sind Kassensklaven, die Bürokratie koste ein Drittel der Arbeitszeit, einen Teil der Medikamente für ihre Patienten müssten die Ärzte selbst zahlen" - mit diesen Schlagworten und einem lauten Hup- und Pfeifkonzert demonstrieren Mediziner und Arzthelferinnen. Daneben wenden sie sich gegen eine Bürger- oder Einheitsversicherung, weil Ihnen dann keine Honorare mehr von Privatpatienten zur Verfügung stehen. Der Essener Landesverband der Betriebskrankenkassen weist die Vorwürfe zurück. Die Honorare für ärztliche Leistungen seien in den letzten Jahren weiter gestiegen, zudem verdienten Ärzte ein Mehrfaches ihrer Patienten.


1.000 Botschaften an Ulla Schmidt

Rund 20.000 Ärztinnen und Ärzte demonstrierten in Berlin – Zorniger Protest gegen die Gesundheitspolitik