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Pressemitteilung

Lazarett-Zeltstadt der Ärzteschaft in Essen in der zweiten Maiwoche

Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,

bei vielen Gesprächen in großer oder kleinerer Runde wurde in der letzten Zeit wieder deutlich, dass die desaströsen Auswirkungen der so genannten Gesundheitsreform, sowie auch die besondere Benachteiligung der Region Nordrhein durch die Vergütungsreform, in der gesamten Ärzteschaft massiven und einstimmigen Protest hervorrufen. Bei der letzten Sitzung der Essener Obleute wurde klar, dass dies von allen Fachbereichen gleichermaßen so gesehen wird.

Bei diesen letzten Treffen, wie überhaupt in den letzten Wochen, gab es differenzierte Erörterungen zu möglichen medienwirksamen Maßnahmen. Diese haben jetzt in und für Essen - unter möglicher Einbeziehung der benachbarten Städte und Regionen - zu folgenden Vorbereitungen geführt:

Auf dem Kennedy Platz im Zentrum von Essen werden die Essener Ärztinnen und Ärzte (und die unterstützenden Kolleginnen und Kollegen) über zwei Tage die Perspektive der künftigen Gesundheitsversorgung in Lazarettzelten demonstrieren.

Die Aktion beginnt am
19. Mai um ca. 9:00 Uhr und endet ca. 15:30 Uhr am 20. Mai 2009. Geplant sind in dieser Zeit Pressekonferenzen und diverse patientenorientierte Informationsveranstaltungen der Berufsverbände, der einzelnen Arztgruppen, der Ärzteschaft, etc. in dieser Zeltstadt (In mehreren Zelten werden wechselweise stündlich beginnende patientenorientierte Informationsveranstaltung angeboten, Fragen der Bevölkerung zur Versorgung beantwortet und die Probleme des Gesundheitswesens erörtert.).

Abgesprochen ist die Kooperation mit der Essener Feuerwehr bezüglich technischer Umsetzung und Gestaltung. Die Ärzteschaft sollte also an diesen Tagen, am 19. Und 20. Mai, dort in der "Zeltstadt der Ärzteschaft" anzutreffen sein.

Die Notdienstpraxen stellen, so gut es eben geht, die Versorgung sicher. Ansonsten finden die Patienten ihre Ärztinnen und Ärzte in den Lazarettzelten. Wir demonstrieren die Perspektive der Gesundheitsversorgung - in unserer an Lambaréné erinnernden Zeltstadt in der Innenstadt von Essen.

Diese Aktion darf ohne vorherige Rücksprache und Genehmigung durch den Vorstand der Ärztekammer Nordrhein bzw. ihrem Präsidenten nicht als "Aktion der Ärztekammer" bezeichnet werden.
Es steht aber zu erwarten, dass die von Essener Ärztinnen und Ärzten geplante Aktion in der ein oder anderen Weise begrüßt oder unterstützt wird von Verbänden, Berufsverbänden, vielleicht auch der Kassenärztlichen Vereinigung und sehr wahrscheinlich der Ärztekammer Nordrhein. Hierzu ist aber noch eine inhaltliche Präzisierung und entsprechender Meinungsaustausch erforderlich.

Die Demonstration ist angemeldet. Der Platz ist frei bis Mi 16:00 Uhr. Nach eingehender Rücksprache mit den Zuständigen wird die Veranstaltung (mit verständlichen Auflagen) genehmigt werden. Alle Essener Obleute stehen hinter dieser Aktion. Ob die KV, die Kammer oder sonst jemand die Aktion unterstützt, ist für uns nicht entscheidend. Wir sehen die Notwendigkeit jetzt und wollen nicht weiter abwarten. Die breite Unterstützung der Kollegenschaft wäre begrüßenswert.

Es ist davon auszugehen, dass dieses Projekt dem entsprechen wird, was viele Kolleginnen und Kollegen jetzt für notwendig erachten. Wir laden herzlich ein, uns in Essen zu unterstützen.

Wir bitten Sie auch im Namen der zahlreichen Kolleginnen und Kollegen, die bereits Ihre Unterstützung zugesagt haben, Ihre persönliche Terminplanung so auszurichten, dass Sie mit Ihrer Zeitplanung und Terminvereinbarung für die Patienten das Engagement der Kollegen unterstützen. All die, die aktiv sind, setzen sich ein für eine Verbesserung der ärztlichen Hilfe für die Patienten in Klinik und Praxis ˆ und für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Klinik und Praxis.

Alle Kolleginnen und Kollegen ˆ insbesondere in Nordrhein ˆ sind aufgefordert zu überlegen, ob und wie wir aus dieser Aktion eine landesweite gemeinsame Aktion machen können. Bitte nehmen Sie den Termin auf in Ihren Termin- bzw. Protest-Kalender.

Mit kollegialen Grüßen
Ihr

Dr. Ludger Wollring
Augenarzt / Essen-Altenessen